Taiwanesisch kochen Teil 2: Schmortofu

Posted by: rosa

Beim taiwanesischen Kochtreff wollte ich auch noch was Vegetarisches kennenlernen. Nach dem 3-Tassen-Huhn haben wir also diesen sehr guten Schmortofu gekocht. Der Tofu wird vorher nicht frittiert, sondern quasi roh in die Sauce gegeben, und saugt sich mit den köstlichen Saucenaromen voll. Durch die Austernsauce ist das Gericht leider nicht ganz vegetarisch (meine "Panda Brand"-Sauce enthält laut Zutatenliste immerhin "3 % Austernextrakt"). Wer Austernsauce lieber weglassen möchte, kann sie vielleicht durch ein paar gehackte Shiitake-Pilze samt Einweichwasser ersetzen.

Man braucht:
ca. 500 g fester Tofu, in streichholzschachtelgroßen Stücken
1-2 Mohrrüben in Scheiben
1-2 Frühlingszwiebeln, in 2-cm- großen stücken
5 zerdrückte Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück Ingwer in Streifen
Austernsauce, Sojasauce, neutrales Öl, Sesamöl.
2-3 TL Speisestärke


Hier im Joghurtbecher: Die Speisestärke

Ingwer, Knoblauch und die weißen Teile der Frühlingszwiebeln in ein paar EL Öl sehr scharf unter Rühren anbraten. Mit ca. 3-4 EL Sojasauce, 3-4 EL Austernsauce, etwas Sesamöl und ca. 100 ml Wasser (sehr viel verdampft gleich wieder - das Gericht sollte aber immer schön in Sauce schwimmen. Falls es zu trocken wird, Wasser zugeben) aufgießen. Tofu, Karotten und die grünen Frühlingszwiebelteile zugeben. Bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten weiterschmoren lassen, bis die Karotten gar sind und der Tofu schön die Sauce aufgenommen hat. Speisestärke mit ein paar Esslöffeln Wasser verrühren und ins Tofugericht einrühren.





Ganz köstlich! Erin und ihre Mutter waren mit der Tofusorte, die sie aufgetrieben hatten, nicht ganz zufrieden - von der Konsistenz her war er zwar richtig, hatte aber einen entschieden säuerlichen Eigengeschmack, der, so meinten sie, eigentlich nicht in dieses Gericht gehört. Gerade gestern habe ich mir wieder Schmortofu gemacht - und fand die Tofusorte ziemlich gut - aha, schnell nochmal im Müll nachgesehen (was ich nicht alles tue für meine Leserinnen!): Das war der holländische "Super Tahoe Tofu" (schmeckt deutlich besser, als der Name suggeriert) aus einer blau-weißen Plastikpackung, den ich in deutschen Asienläden schon öfter gesehen habe. Selbst mit suboptimalem Tofu schmeckt das Gericht aber ziemlich gut, man sollte allerdings auf keinen Fall zu Tofu im Glas greifen, den deutsche Supermärkte anbieten.


Rechts Schmortofu, links nochmal 3-Tassen-Huhn

Köstlich! Jetzt schon ein Stammgericht im Schnuppensuppenhaushalt.


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Comments


da könnte man ja direkt zum tofu-fan werden!

jetzt fehlt nur noch der baumkuchen, oder ist der inzwischen verspeist worden ;-)?
Ja, ein tolles Rezept um Tofuhasser zu bekehren.

Der Baumkuchen ist schon längst weg :) Rezept gibts aber hier:
http://www.schnuppensuppe.d...
also, ich bin kein tofuhasser, nur habe ich bisher noch keinen gegessen, der besonders lecker geschmeckt hat.

allerdings muss ich zugeben, dass ich auch noch nie selbst mit tofu gekocht habe.
mit deinem rezept könnte ich es aber doch mal in erwägung ziehen ;-)

und das mit dem baumkuchen habe ich mir ja schon gedacht ;-))
Ja allerdings, denn ich verbinde immer noch mit Tofu fürchterliche Gerichte, Fleischersatz und so, ich weiss, dass das nicht gerechtfertigt ist...

Dein Rezept sieht lecker aus!!
Naja, Nudeln z.B. haben ja auch kaum Eigengeschmack - und schmecken trotzdem gut :) Auf die Kombination kommt es an, würde ich mal sagen.

Eine chinesische Freundin aus Sichuan hat mir immer mit leuchtenden Augen vom superfrischen Doufu vorgeschwärmt, den man da auf der Straße kaufen kann - sowas kriegt man hier natürlich nicht, und eine Tofuexpertin bin ich auch nicht, aber Tofu aus dem Asialaden mit einer würzigen Sauce, oder erst mariniert und dann schön angebraten als Suppeneinlage.... köstlich!
Inzwischen kriegt man in Asienläden manchmal einen "Seiden-Tofu" oder silken doufu o.ä. - der hat nicht diesen säuerlichen Geschmack, zerfällt aber.

Ich mag Tofu sehr gerne, aber er muss vollgesaugt mit Aromen sein. Sehe gerade, dass ich erst 2 Rezepte damit verbloggt habe, das wird mal Zeit für mehr, Dein Eintrag macht richtig Appetit! :-)
Auf beide Gerichte hätte ich Lust: Danke, dass Du das Ganze fotografiert hast. (Die Messeinheit Streichholzschachtel halte ich im Kopf. Gefällt mir.)
Barbara: Seidentofu sollte man aber eigentlich nur nehmen, wenns explizit im Rezept steht, sonst ist der viel zu weich! Mit weichem Tofu wird z.B. Mapo Tofu gemacht, und Desserts, Veganerinnen nehmen den auch gerne, um Nachtischcremes zuzubereiten. Ich hab mal nen veganen "Käsekuchen" damit gemacht, hat erstaunlich gut geschmeckt.
Habe am Wochenende beides nachgekocht und kann es nur warmstens weiterempfehlen. Normalerweise bin ich kein grosser Fan von "Tahoe Tofu" (selbst stark mariniert hat er einen saeuerlichen Beigeschmack), aber in so einem Schmorgericht ist er ganz hervorragend.
Kai: Du hast _Huhn_ gekocht? Wow.

Ja, also, generell muss ich sagen, dass mich ein leicht säuerlicher Geschmack nicht stört, und ich deshalb nicht besonders drauf achte - aber freut mich, dass Du den Tahoe Tofu auch gut fandest!
Ich muss gestehen, das Huhn mit Schwein substituiert zu haben, was bestimmt nicht ganz so passend war, aber trotzdem sehr gut geschmeckt hat.
Naaaa gut. Bei Allergikern kann man das vielleicht gerade noch durchgehen lassen.

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