Kulinarischer Adventskalender #13 - Quittenbrot

Posted by: rosa

Kulinarischer Adventskalender

Ich bin das dreizehnte Söckchen!

Und hier isses:

Quittenbrot

Ich liebeliebeliebe nämlich Quitten über alles. Anscheinend (Mine? Dilek?) werden glücklicherweise Quitten auch in der türkischen Küche häufig eingesetzt - bei den türkischen Gemüsehändlern in Neukölln gibts jedenfalls riesenhafte und wirklich aromatische Quitten zwischen September und Januar äußerst billig, und im Überfluß. So mache ich seit Jahren eigentlich jeden Winter Quittenmarmelade. Und letztes Jahr habe ich mich zum ersten Mal an Quittenbrot gewagt: Ein köstliches Fruchtkonfekt aus getrocknetem Quittenmark. Hervorragend zum in-Cellophan-Beutelchen-Packen als kleine und besondere Weihnachtsgeschenkbeigabe. Hier ist ein circa-Rezept von einer Freundin meiner Mutter.

Für ein Blech Quittenbrot (ergibt ca. 200 Stück, die viele Arbeit zahlt sich also mengenmäßig aus):
2,5 kg Quitten
4-5 Zitronen
1,5 kg Gelierzucker

Quitten, Zitronen, Zucker

Quitten kurz feucht abreiben. Mit Schale in Achtel oder Stücke schneiden. Mit wenig Wasser (zwei Zentimer sollten ausreichen) in einem Topf mit geschlossenem Deckel aufsetzen. Köcheln lassen, bis die Quitten weich sind - das dauert ungefähr eine Dreiviertelstunde.

Quitten kochen

Quittenmatsch durch die Flotte Lotte (allein schon für den Namen könnte ich dieses Küchengerät regelmäßig knuddeln!) drehen, oder anders passieren.

Flott lottieren

(Aus den unansehnlichen Schlachtabfällen kann man später ein prima Gelee kochen - einfach nochmal mit Wasser aufkochen, alles durch ein Tuch drücken, und Saft nochmal mit Gelierzucker und Zitrone aufkochen lassen.)

Quittenmus mit Zucker und Zitronensaft auf kleiner Flamme in möglichst weitem Topf aufkochen, dabei ständig rühren.

Quittenmus

Sobald das Mus aufgekocht ist, scheiden sich die Geister:
Die Freundin meiner Mutter streicht das Ganze jetzt auf Porzellanplatten, bedeckt es mit einem Tuch (sollte das Mus nicht berühren!), und läßt es 7-10 Tage, ahem, in der Wohnung rumstehen.
Ich habe zu große Angst, am 6. Tag die Porzellanplatte aus Versehen runterzuwerfen / das Tuch ins Mus zu drücken oder sonstigen Unfällen. Da ist mir die Anspannung zu groß.

Also wähle ich die, von mir bereits im letzten Jahr erprobte, zweite Methode:
Trocknen im Backofen! Also: Mus auf ein Backblech streichen, nicht dicker als einen Zentimeter.

Dann Backofen so auf 70 Grad, und bei leicht offener Tür ein paar Stunden warten.

Mus auf Blech

Weil sich durch die Hitze oben eine leichte Haut bildet, finde ich es ganz gut, das Mus dann nochmal auf ein zweites Backblech oder -papier zu stürzen, und von der anderen Seite nochmal 2-3 Stunden zu trocknen.

Dann abkühlen lassen, in Rauten schneiden und in Zucker wälzen. Am besten ist Hagelzucker, man kann aber auch, wie ich hier, zu Normalem greifen.

Brot schneiden

Schleck! Hält ewig (ob des hohen Zuckergehalts), und schmeckt wunderbar.
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Kommentare:


Klingt gut, leider geht das mit dem Türchen-offen-lassen bei meinem "modernen" Backofen nicht. Dann heizt der gar nicht :-(.
Aber vielleicht kannst du ja ein paar durch die Leitung schieben;-)
Ich liebe diese Dinger! Wir nennen sie auf Schweizerdeutsch aber viiiel schöner: Chüttenepäschtli. Dafür heisst die Flotte Lotte viel weniger malerisch: Passevite.
Quittenbrot oder Chüttenepäschtli, es sieht wirklich gut aus.
Nur eine Frage, muss man wirklich in so viel Zuker wälzen. Würde es sich auch sonst gut behalten?
sieht sehr lecker aus. vor allem auch nach weihnachten als kleine nascherei verwendbar. aus quitten habich bis jetzt nur leckere marmelade gemacht :)
Ohh, das sind Kinheitserinnerungen... Ja genau, "Chüttepäschli" sagten wir, und liebten sie heiss.
Hier in Kanada kann ich Quitten nur ganz selten finden, in Montréal in grossen "Fruiterien", wie Obst- und Gemüseläden hier heissen. Und dann bezahlt man für eine einzige Frucht umgerechnet mindestens einen Euro. *schluchz*
@ostwestwind: Dann mußt Du das Quittenmus eben auf Platten streichen und an der Luft trocknen lassen! Ansonsten reichts vielleicht auch, wenn man den Ofen alle halbe Stunde mal kurz öffnet, damit der Wasserdampf rauskann, oder so...

@fleur de sel: Man wälzt es in Zucker, weil es sonst ziemlich klebrig ist. Wenn Dus nicht so süß magst, kannst Du ja das Quittenmus mit weniger Zucker machen.

Ist ja interessant, daß das in der Schweiz anscheinend auch so bekannt ist :) Ich kenn Quittenbrot nur aus Norddeutschland, wo man es leider auch nur sporadisch findet.
Ich liebe Quitten, vielleicht wag ich mich mal dran, trotz Quittengelee-Horror. ;-)
zorra: Ich hab tatsächlich noch Gelee gemacht - war total einfach und ist super gelungen! Machst Du das auch mit diesen Gelierzuckermischungen? Ich hab mich nur an die Packungsanweisung gehalten vom Mischverhältnis her :) und das Gelee ist perfekt geworden!
Hallo Rosa,
ja meine Mama ist eine Türkin(gibt eine von ideser Sorte;)), die die Quitten einfach so ist;) Eine sauere Sorte essen sie sogar leicht ins Salz gedippt. Meine Mutter vor 10-15 Jahren ein Quittenbaum geplanzt weil sie wie du so die Quitte libet und sie es früher so schwer dran gekommen ist.
Ich habe auch zum ersten Mal dieses Jahr Quittengelee gekocht und wollte mit dem REst Quittenbrot machen. Bin aber immer noch nicht dazu gekommen, deins sieht soo lecker aus! Zimt würde auch gut dazu passen weiß meinst du?
Hallo Rosa,

ich hab mich jetzt auch das erste Mal an Quittenbrot gewagt. Ich habe etwas Ingwer dazugetan, - schmeckt total lecker - das hab ich sonst nur beim Gelee gemacht. Nun bei der zweiten Menge versuch ich es mit Zimt.
Wälzen werd ich mein Quittenbrot in Kokos - schmeckt auch sehr gut - hab ich von nem Bazar mal mitgenommen.
Köstliches Rezept! Das Süß-säuerliche ist einfach unwiderstehlich. Selbst mein Mann, früher Quittenbrot-Nichtliebhaber, nascht permanent ;-) Ich habe die Masse etwa 45 Minuten unter Dauerrühren (uff) eingekocht - wenn man die dann aufs Blech gibt, ist sie fast schon schnittfest.
Mein Mann macht Quittenbrot, und zwar tagelang. Mein Ofen wird staendig in Anspruch genommen. Wahrscheinlich hat er zuviel Wasser dazu genommen. Wenn er seines endlich fertig hat, werde ich dein Rezept versuchen. Wir haben soviele Quitten (zwei Baeume, die so schwer beladen waren, dass wir sie mit Leitern abstuetzen mussten.
..... super - danke für das Rezept - ist rundum heiß begehrt ....
Ich habe seit kurzem einen Doerrapparat, da will ich mal versuchen, die Masse darin zu trocknen.
Schnuppschnüss an Schnuppensuppe:

ich habe, juhu, beim Türken Quitten in Mengen gefunden - das sich sehr lecker anhörende Rezept wird ausprobiert!
Hallo Rosa erstenmal!

Habe Quittengelee und Quittenbrot im Sept. gekocht, und zwar aus Quitten aus dem Garten von Freunden in Lichterfelde. Dafür hat mir dein Rezept sehr geholfen. Danke!
Die Fotos stehen hier in meinem blog; allerdings, Text ist leider nur in Japanisch.
http://plaza.rakuten.co.jp/...
http://plaza.rakuten.co.jp/...

Liebe Grüße aus Prenzl'berg.
Ach so, ich war letzten WE kurz in München!
Habe zum zweitenmal Quittenbrot gemacht. Ist immer recht klebrig und da habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und die Stückchen in Zartbitter-Kuvertüre getaucht.
Auf Alufolie ablegen und im Kühlschrank über Nacht stehen lassen, ergibt super Pralinen.
Ich habe von meiner Deutschen Kusine Quittenbrot geschenkt bekommen, was ich zuvor nicht kannte. Lecker! Hier in Island gibt es leider keine Quitten. Kann man vielleicht gewöhnliche Birnen verwenden?
In Siebenbürgen Rumänien wird das Quittenbrot "Quwittenkäse" genannt.
Ich mache es seit Jahren und verschenke es in der Weihnachtszeit an Freunde die schon immer ungeduldig darauf warten. übrigens steche ich verschiedene Vormen aus,passt gut zu den bunten Pläzchen
Statt in Zucker können die Stücke auch in Kokosflocken gewälzt werden, das ist nicht noch mehr Zucker und ergänzt sich geschmacklich sehr gut.

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