Nicht nur in NYC, auch in der amerikanischen Provinz kann man großartig essen. Also: Noch ein weitschweifiger Post mit vielen Bildern. Enjoy!
Wir als Foodfreaks sind ziemlich schnell draufgekommen, dass ein Ort, an dem man gutes Essen bekommt und nette Leute trifft, in den USA die
Bauernmärkte sind. So haben wir uns, wo auch immer wir waren, immer nach Wochenmärkten in der Nähe umgesehen. Die waren nämlich wirklich toll: Im Gegensatz zu deutschen Märkten meist komplett ohne "Reseller", die Großmarktgemüse verkaufen, und oft von einer aktiven Community oder einem Verein getragen, die stolz auf lokale Produkte sind. Der absolute Oberspitzenmarkt war der
Saugerties (entzückende Kleinstadt! Hatte ich's schon erwähnt?)
Farmers' Market im
Hudson Valley - als offensichtliche Touristen wurden wir sofort von mehreren netten Einheimischen angequatscht, die ganz aus dem Häuschen waren, dass jemand aus Europa bei
ihrem Markt vorbeischaut, und mit Tipps versorgt, und mit Essen (Tomaten, Focaccia, Cookies) für das Abendessen haben wir uns auch eingedeckt. Und was es da alles gab...
Auberginen! Äpfel!
Später im Hotelzimmer verspeist: Viele lustige Tomaten mit Focaccia. Ein paar Tomatensamen könnten im Gepäck den Weg nach Europa zurückgefunden haben!
Auf Empfehlung des freundlichen Ahornsirupverkäufers sind wir in Saugerties dann noch zum alten
Leuchtturm vorgelaufen (in dem es übrigens zwei B&B-Zimmer gibt):
Vor dem entzückenden, alten Leuchtturm ein kleiner Ministrand und ein Wahnsinnsblick den Hudson entlang - und wie immer phantastisches Spitzenwetter
Danach noch etwas durch die Straßen mit netten Läden geschlendert (ja, das kann man da! Es gab sogar auch noch andere Fußgänger_innen außer uns crazy Europeans) und im entzückenden
Miss Lucy's Kitchen "Eggs Benedict" gegessen:
An der Ostküste des Hudson befindet sich ja - welch ein glücklicher Zufall! - das
CIA. Ihr wisst alle, was ich meine: Das
Culinary Institute of America. Nachdem die Studierenden dort als Teil ihrer Ausbildung mehrere Restaurants betreiben, die hervorragend sein sollen und in der Regel längst vorher ausgebucht sind. Wir haben in keinem der Restaurants einen Platz bekommen, und waren in der reservierungsfreien
Cafeteria - wo glücklicherweise auch eine ordentliche Speisekarte mit warmem Essen angeboten wird. Das Institut befindet sich in feudalen Gebäuden auf einem riesigen Grundstück mit malerischem Hudson-Blick. Ein lustiges Detail: Wo man gepflegte Parkgärten erwartet, finden sich Gemüsebeete, in den Blumenkübeln Auberginen:
Lila-weiße Auberginen vor CIA
Mhmmm! Chicken! Corn! Butter!
Für mich ein halbes Hühnchen, genauer "Roast breast, confit of leg and thigh & fried wing with sourdough bread sauce, Hudson Valley corn & Poblano pepper butter", für S. ein
Banh-Mi-Sandwich mit Pommes. Und
als Nachtisch....:
This is one slice of apple pie!
Köstlichster, warmer Apfelkuchen: Mit dickem, butterigem Mürbteig und säuerlichen, festen Äpfeln: Ein Hochgenuss. Uff. Danach waren wir dann aber auch erstmal ordentlich satt.
Nach unserer Tour durch's Hudson Valley waren wir auf
Cape Cod, am
Atlantik. Was es dort an der Ostküste (im Gegensatz zu München) natürlich im Überfluss gibt: Seafood, seafood, seafood:
Farbenfrohes Essen: Hummer auf Pappteller, Coleslaw, flüssige Butter, Pommes, Caesar Salad, 23 Dollar alles zusammen!
Hach: S. sein erster
Hummer! Und zwanzig Minuten vorher hatte er noch gelebt! Ich (letzter Hummer auch schon über 15 Jahre her) wusste immerhin noch halbwegs, wie man die Dinger aufkriegt. Mit dem beiliegenden Hummerknacker (das einzige Edelstahlesswerkzeug in dem Laden da) war das aber auch garnicht so schwierig. Einziger Knackpunkt (höhö): Beim Abziehen vom Hummerschwanz vom Körper floss eine merkwürdige Eingeweidesauce aus dem Tier - an sich kein Problem, bei Hummern bin ich da nicht so squeamish - sie hat allerdings wirklich unangenehm geschmeckt, und man musste gut aufpassen, den Resthummer möglichst wenig in die nun im Teller herumsuppende Sauce kommen zu lassen. Vor dem nächsten Hummerabenteuer werde ich die optimale Hummeröffnungsmethode also vielleicht nochmal genauer recherchieren. Ansonsten aber: Köstlich!
Nicht ganz so super hingegen: Fried Clams, Lobster Roll im Wellfleet Harbor
Wie bei den frittierte Jakobsmuscheln (= scallops), die wir einmal hatten, war ein Großteil der Clams ein bisschen lange in der Friteuse gewesen und schon ein wenig zäh. Kann man mal probieren, muss ich aber nicht öfter haben. Die Lobster Roll haben wir auch nicht kapiert: Sowas (=Weißmehlbrötchen mit kaltem Hummerfleisch in Mayonnaise) ist ja der neue heiße Scheiß, und in New York schießen die Lobster Roll Eateries nur so aus dem Boden. Was am Hummerfleisch in kalt und fetter Sauce auf Pappbrötchen
besser sein soll, als frisch und warm und mit Butter, hat sich mir allerdings nicht erschlossen. Vielleicht hatten wir aber auch nur ein außergewöhnlich schlechtes Exemplar erwischt.
Außer den Märkten gab es noch eine weitere Essenseinkaufgelegenheit, der ich unbedingt einen Besuch abstatten musste....
Kann die Person, die sich dieses großartige Produkt ausgedacht hat, vielleicht mal Consultant bei einer deutschen Supermarktkette werden? Wär super, vielen Dank!
Viel gelesen hatte ich schon von
Trader Joe's, einer US-amerikanischen Supermarktkette, die zum Aldi-Nord-Emporium gehört, aber mit Aldi fast nichts gemein hat (bis vielleicht auf ein eher überschaubares Sortiment): Es gibt dort allerlei funky, lustige Produkte, eine gute Auswahl an Obst und Gemüse, wirklich ordentliche Convenience-Produkte mit kaum unnötigen Zusatzstoffen (ca. 10 Hummus-Variationen zum Beispiel), und vieles davon (aber nicht alles) in bio. Ein toller Laden!
Tja. Und außerdem sind uns noch ein paar spannende Dinge aufgefallen, die mehr oder weniger mit Essen zu tun haben. Aber nachdem das hier schon lang genug geworden ist, gibt es dazu (hoffentlich bald) noch einen letzten USA-Post.