Hier die Rezepte, die wir netterweise bei meinem Kochkurs (am besten zuerst
das hier lesen) mitnehmen durften. Fehlende Mengenangaben bedeuten "nach Geschmack", meine Vorschläge schreibe ich in Klammern dazu. Die Zubereitungsweise schreibe ich auf, soweit ich mich erinneren kann - manche Details kriege ich leider nicht mehr zusammen. Außerdem dabei: Ein paar Bilder von Gängen, bei denen wir nicht mitgekocht haben.
Zu trinken gab es erst einen
Sekt, später
Riesling und zum Hauptgericht einen
Primitivo.
Amuse bouche, also Häpplein, damit nach dem Glas Sekt nicht sofort alle unter dem Tisch liegen:
Gratinierte Auster

Wie
aufregend! Meine allererste Auster! Sie hatte kaum Eigengeschmack - ist das normal bei warmen Austern? - und das Ganze hat sehr gut geschmeckt, sie war mit einer sahnigen Krautsauce gratiniert und saß auf etwas Kartoffelpürree, das muss ja gut schmecken.
Vorspeise:
Tatar aus rohem Thunfisch mit Koriandermayonnaise
Butterzarter, in Sesamöl marinierter Thunfisch mit pastellgrüner Koriandermayonnaise und neongrünem Wasabikaviar - wunderschön!
Zutaten fürs Tatar:
Gaaanz frischer Thunfisch ("Sushiqualität") in kleine Würfel geschnitten
Abrieb von Limettenschale
Sesam
Sesamöl (ordentlich!)
Olivenöl
Salz & Pfeffer
Gaaaanz feine Schalottenwürfel (nicht so viel - ca. eine Schalotte auf 3 Thunfischsteaks)
Zubereitung:
Alles vermischen. Tatar sollte man keine säurehaltigen Zutaten hinzufügen, da das Fleisch dann "gart" und unansehnlich braun wird.
Zutaten für die Koriandermayonnaise:
1 Ei
2 Eigelb
1 TL Dijonsenf
Neutrales Öl (ähm, wieviel? Ich weiß es nicht mehr, ich schätze mal so 200 bis 300 ml?)
2 cl Essig
Champagneressig
Handvoll gehackten, frischen Koriander
Salz & Pfeffer
Zubereitung:
Easy. Einmal ordentlich mit dem Stabmixer durchpürieren!
Der Wasabikavier zum Anrichten kam fertig aus dem Glas - ich weiß nicht, ob der Heidkrug den selbst gemacht hat, oder ob's den fertig gibt - es waren einfach Fischeier in mit Wasabi aromatisiertem Öl. Die neongrünen, kleinen Kugeln haben zum Geschmack nicht viel beigetragen - sahen aber wirklich toll aus.
Für B., den alten Fischallergiker, und mich, die ich nach einer! ganzen! Gabel! mit rohem Thunfisch erstmal genug von rohem Fleisch hatte (ich muss diese Erfahrung jetzt erstmal verarbeiten), gab es netterweise Ersatzgänge, auch sie wunderschön und im selben, rot-grünen Farbschema arrangiert
Rohes Rindfleisch für B., diesen Barbaren. Naaa gut, ich habe sogar auch probiert, mein erstes rohes Rindfleisch, garnicht schlecht!
Für die zart besaitete Ex-Veganerin ein Gang ohne rohes, totes Tier: Ziegenkäsebällchen und Ziegenkäsescheibe mit Zucchini und Kräutersalat.
Suppe:
Petersilienwurzelcappuccino mit Jakobsmuschelscheiben
Zutaten für die Petersilienwurzelsuppe:
300 g Petersilienwurzel in Würfeln oder Scheiben
3 Schalotten in groben Ringen
1 Stange Weißes vom Lauch in groben Ringen
1 Knoblauchzehe
Salz & Pfeffer & Muskatnuss
500 ml kräftigen Hühnerfond
500 ml Sahne
50 g Butter
Zubereitung:
Gemüse kurz in Butter anschwitzen. Mit Hühnerfond und Sahne aufgießen. 20-30 Minuten ohne Deckel köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Ach, ich glaube, ein Schuss Weißwein war auch noch drin. Pürieren. Zum Servieren etwas Milchschaum daraufsetzen ("Cappuccino"), und etwas kurz gebratene Jakobsmuschel hineingeben: Jakobsmuschel ohne den orangenen Rogen in reichlich Öl auf jeder Seite kurz und kräftig anbraten (sie soll innen glasig bleiben). Pfanne vom Herd nehmen, ein ordentliches Stück Butter hineingeben, und Muscheln kurz mit der Butter begießen. Aus der Pfanne nehmen und in nicht zu feine Scheiben schneiden.
Puh. Nach der Suppe hatte ich dann eigentlich keinen großen Hunger mehr, egal, es ging nicht minder köstlich weiter, ich glaube, gegessen habe ich dann erst am nächsten Mittag wieder etwas, direkt nach den Weihnachtsfeiertagen war das viele Essen wirklich eine Herausforderung - oder hätte ich das Menü ohne die vorangegangenen Feiertag sowieso nicht geschafft, weil mein Magen schonmal schön durchtrainiert wurde? Auf jeden Fall habe ich wirklich alles aufgegessen:
Hauptgericht:
Hirschrücken mit Rotkohl und Kräuterschupfnudeln
Nur ein Löffel von der sehr reichhalten Sauce reicht vollkommen aus!
Für den
Hirschrücken habe ich kein richtiges Rezept - er wurde auch erst kurz vor dem Servieren zubereitet, da waren wir dann leider nicht mehr dabei. Wichtig ist: Den Rücken in 2, 3 Stücke schneiden, und mit Garn so umwickeln, dass er überall ungefähr gleich dick ist und somit eine gleichlange Garzeit hat. Salzen und Pfeffern, in der Pfanne kurz und heiß anbraten - dann bei 170 Grad in den Ofen, aaah, wie lange weiß ich leider nicht mehr, so 20 Minuten, oder ist das zu wenig? Das Hirschfleisch ist auf jeden Fall
butterzart geworden (das erste Mal, dass ich Hirsch gegessen habe! Ich glaube, ich muss öfter mal einen Kochkurs machen). Für die
Sauce einen selbstgemachten, dunklen Fond (so einen aus angebräunten Knochen) erwärmen, mit Rotwein abschmecken, zum Andicken eine große Handvoll eiskalten Butterstücklein unterrühren.
Zutaten für die Kräuterschupfnudeln:
500 g kalt gepresste, mehlige, gekochte Kartoffeln
1 Eigelb
ca. 150 g Mehl
Kräuter (Schnittlauch & glatte Petersilie)
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Zubereitung:
Alles verkneten. Nach der Handflächen-auf-Arbeitsplatte-Roll-Methode Schupfnudeln rollen. In siedendes, gesalzenes Wasser geben. Sobald sie an die Oberfläche steigen - das dauert nur 1-2 Minuten - sind sie gar: Mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Vor dem Servieren mit reichlich Öl in einer Pfanne anbraten. Pfanne vom Herd nehmen und noch ein gutes Stück (naaa? Ja: Butter!) und ein paar frische Kräuter hineingeben, Schupfnudeln darin schwenken.
Zutaten für den Rotkohl:
1 Kopf Rotkohl, in feine Streifen gehobelt
Himbeer- und Balsamicoessig (je 1-2 Esslöffel)
Zucker
Salz
Honig
Rotwein
Gewürzbeutel (z.B. im Teesieb): Lorbeer, Wacholder, Piment, Nelke, Zimtstange
Schmalz
Zwiebel
geraspelte Äpfel
Apfelmus
geriebene Kartoffel
Zubereitung:
Rotkohl mit Essig, Zucker, Salz, Honig, Rotwein ordentlich durchkneten und -boxen. Etwas ziehen lassen.
In Schmalz Zwiebelwürfel anschwitzen, Rotkohl, Äpfel und Apfelmus zugeben und weichkochen. Gegen Ende der Kochzeit zum Binden eine geriebene Kartoffel hinzugeben. Gerne mehrmals aufwärmen.
Ich war ein köstlicher Hirschrücken.
Nachspeise:
Lebkuchenmousse mit Mandarinensorbet
Ist dieser Nachtisch nicht ein Kunstwerk? Weil er so wunderschön ist, nochmal kleinere Bilder:
Mandarinensorbet mit eingelegten Mandarinenschnitzen und getrockneter Orangenscheibe
Lebkuchenmousse auf etwas mehr Mandarinenbrei, mit neckischem Schokoladenstück (Noppenfolie?)
Zutaten für das Mandarinensorbet:
200 g Mandarinenmark (ein Fertigprodukt - ich vermute mal, dazu müsste man ziemlich viele Mandarinen von allen Häutchen befreien und pürieren)
60 g
Läuterzucker
2 Blatt Gelatine
Zucker (hier standen keine Mengenangaben mehr dabei, Mist, hmmm, ich glaube, viel mehr Zucker war nicht drin, das Sorbet war nicht so furchtbar süß, und Mandarinen sind auch nicht so sauer, brauchen also eher wenig Zucker)
Vanille (ich schätze mal, nach Geschmack)
Grand Marnier (dito)
Sekt (guten Schuss :) )
Zubereitung:
Gelatine in warmem Wasser auflösen. Alles von der Küchenmaschine zusammenrühren, und von der Eismaschine einfrieren lassen. Gefrierfach geht auch, dann aber möglichst oft während der Einfrierphase umrühren, damit sich weniger Eiskristalle bilden. Äh, wobei: Mist, irgendwas wurde noch auf der Induktionsplatte gekocht. Wurde die Gelatine mit dem Alkohol und Zucker aufgelöst? Darf man Gelatine überhaupt kochen? Ich weiß es nicht mehr genau, und bin leider auch keine Eisexpertin. Eis
fail!
Zutaten für die/das Lebkuchenmousse:
4 Eier
2 Eigelb (60 g, falls man Tetrapackeigelb einsetzt!)
60 g Zucker
20 g Wasser
4 Blatt Gelatine
40 g Amaretto
20 g Honig
150 g Kuvertüre
gehackten Lebkuchen / Honigkuchen (ca., hmm, naja, so 50 g )
10-20 g Lebkuchengewürz
500 g geschlagene Sahne
Zubereitung:
Zucker mit Wasser aufkochen, mit dem Ei und Eigelb von der attraktiven Küchenmaschine (rrrr!) zu Schaum schlagen lassen (steht nicht im Rezept, ich schätze mal, die Zuckerlösung vorher abkühlen lassen). Gelatine mit Amaretto und Honig erwärmen, Kuvertüre in der Mikro oder dem Wasserbad schmelzen. Alle Zutaten bis auf die Sahne unter die Eimasse schlagen lassen. Sahne schlagen und unter die Eimasse heben. Alles zum Festwerden in Schalen füllen. Zum Servieren Nocken abstechen - oder mit einer Spritztülle in Gläslein füllen.
Das Sorbet wurde mit eingelegten Mandarinenschnitzen serviert, die wirklich gut waren: Mandarinen schälen, und die Schnitze von allen weißen Häutlein - nicht jedoch von der dicken Haut befreien, die wird durch das längere Einlegen ganz weich und zart. Eine Mischung aus Läuterzucker und, hmm, was war es noch gleich, irgendeinem Alkohol, Grand Marnier vielleicht? Oder Amaretto? - zusammenrühren. Schnitze darin mindestens einen halben Tag lang einlegen.
======================================================================
Ouf, wie die Französin sagt. Danach braucht man dann dringend noch süße Häppchen, naja, wobei, eigentlich ist das letzte, was man noch braucht, süße Häppchen, aber wenn sie so köstlich (und so klein!) sind, wie diese hier, kann man einfach nicht widerstehen, wirklich dringend nötig ist aber der Espresso:
Links: Süßes Häppchen: Physalis im mit Schokocreme gefüllten Schokotöpfchen, rechts: Aaaaah, Espresso!
Das war mein köstliches Kochkursmenü, viel Spaß beim Nachkochen, über Kommentare (hat jemand einen Tipp, was und warum man bei diesem Eis da kochen könnte?) freue ich mich wie immer sehr.