Archive for July 2008

Samstagseinkäufe

Von: rosa


Huch, ich glaube, da hab ich ein bisschen über die Stränge geschlagen:



Aber das sah auch alles so toll aus, heute auf dem Markt! Besonders gerne mag ich dort einen Stand, der fast nur Selbstangebautes verkauft, und meistens irgendwelche ulkigen Spezialitäten hat, die ich noch nicht kenne. Bei dem habe ich damals auch die Kletzen gefunden. Diesmal habe ich dort eine Schale mit Blutpflaumen, kleinen, aromatischen, knallig gelb-roten Pflaumen, entdeckt und mitgenommen. Außerdem: Handvoll Erbsen, kleine Gürkchen, einen lila Kohlrabi, grüne Mini-Paprika, zwei lange rote Rüben ("Flaschenbeete"?), niederbayerische Kartoffeln, Tomaten, zwei Artischocken und Süßkirschen.
Ein Kilo Sauerkirschen hatte ich auch noch mitgenommen, von der köstlichen Marmelade von Petra, die ich damals beim Brunch probieren durfte, und Rikes Sauerkirsch, die ich im DFssgF-Päckchen hatte, war ich nämlich angefixt, und will noch Kirschmarmelade kochen. Die Sauerkirschen sind leider enorm weich und haben die Papiertüte komplett durchgesifft. Liebe Sauerkirschexpertinnen: Ist das normal, oder habe ich etwas ältliche Exemplare erwischt?

Beim Käse- und Blumenstand bin ich auch noch eingefallen:



Mhmm: Ziegenfrischkäse mit Asche (im Becher), Ziegengouda und ein dicker Klumpen Butter.

Und dann war ich noch beim Bioladen und bei einem tollen Superbäcker hier um die Ecke, den ich erst kürzlich entdeckt habe. Aber das führt nun wirklich zu weit. Auf jeden Fall wird das ein vitaminreiches Wochenende.

Krams 14

Von: rosa


* Heute, beim gemütlichen Abendspaziergang, bin ich an einem wirklich ganz entzückend aussehenden japanischen Restaurant vorbeigekommen - sehr sympathisch schonmal die konsequent zweisprachig gehaltenen Kreidetafeln vorm Eingang, die japanische Hausmannskost (oder das, was ich nach jahrelangem Blogkonsum und Murakami-Lesen dafür halte - Schweineschnitzel mit Currysauce und Reis zum Beispiel) anpriesen. Bin dann weitergelaufen, bis mir in der hintersten Ecke des letzten Restaurantfensters noch etwas ins Auge gefallen ist: Die Dessertvitrine! Die war nämlich voll mit allerliebst aussehenden Törtchen, unter anderem mit für mein durch meine langjährige Kastanienleidenschaft sensibilisiertes Auge sofort erkennbaren MONT BLANCS! Wahn-sinn! Von diesen Dingern hatte ich bisher ja immer nur im Internet gelesen (zum Beispiel hier), in Deutschland sind sie mir aber noch nie untergekommen. Bin ich also sofort ins Restaurant, und hab mir eins einpacken lassen:


Obendrauf: Kastanienpüree, innendrin: Sahne und eine Kastanie, untendrunter: zarter Bisquit. Alles köstlich-leicht-fluffig und nicht zu süß!

Und weil ich die Ahnung habe, dass bei dem Japaner alles so gut schmecken könnte, wie dieses Törtchen, muss ich da dringend mal essen gehen. Vielleicht aber erst, wenn ich endlich eine kompakte Digitalkamera habe - dann kann ich hier nämlich auch mal Essengehberichte hinschreiben. Mit Bildern!

* Auch eine nette Idee: Das "Chili Cookoff", ein Chili- und Cookiewettbewerb, nächstes Wochenende in München. Mein letztes Chili mit Fleisch drin habe ich vor ziemlich vielen Jahren gekocht - und ich bezweifle, dass texturiertes Sojaprotein da gut ankommt. Aber Schokoladenkekse könnte ich backen!


Neue Küchenhelferlein

Von: rosa

Nach Berliner Haushaltsauflösung wegen Münchner Haushaltszusammenführung stand nach dem letzten Umzug wieder eine Haushaltsneuausstattung an. Natürlich dauert das immer ein paar Monate, bis man alles beisammen hat, aber inzwischen bin ich immerhin stolze Besitzerin dieser beiden Elektrogeräte:


Füßeln dezent mit den Steckern: Neuer Toaster und neuer Wasserkocher

Besonders beeindruckend: Der integrierte, ausfahrbare Brötchen-Aufsatz:


Ausprobiert: Pseudocurry Nam-Ya-Style

Von: rosa

Durch lustige Essensgeschenke wird man ja oft dazu gezwungen (ahem: sagen wir lieber angeregt), Dinge auszuprobieren, an die man sich sonst nie rangewagt hätte.

(Da fällt mir ein: Es wär bald mal wieder Zeit für einen DFssgF, oder?)

L hatte mich ja neulich mit einem Fresspaket bedacht. Darin war unter anderem diese Currypaste:



Namya-Curry? Zum Glück stand ein grobes Rezept auf der Packung, und im Internet hab ich auch noch eins gefunden. Das Prinzip: Eine Fisch-Curry-Kokosmilch-Sauce wird mit Glasnudeln und verschiedenem Gemüse serviert.

Und so hab ichs gemacht, man nehme für ca. 4 Portionen:
1 kl. Packung Nam-Ya-Currypaste
1 Dose Kokosmilch (Mae Ploy ist meine Lieblingsmarke)
1-2 EL Fischsauce
100 g gegartens Fischfilet, kann man gut Reste nehmen, ich hab Heilbutt gekauft, der gedünstet fast geschmacksfrei war, aber überhaupt, Fisch, wie ist das eigentlich, hat da jemand einen Überblick, welche Fischsorte ökologisch und überfischungstechnisch gerade am unbedenklichsten kaufbar ist? Mein Öko-Über-Ich nervt nämlich schon wieder rum.
400 g feine Reisnudeln (hatte nur noch 100 g und hab 200 g Glasnudeln ergänzt)
Gemüse nach Wahl, hier: Chinesischer Brokkoli und Blumenkohl, ansonsten wird vor allem "pickled mustard", also eingelegter Senfkohl empfohlen. Hm, muss ich mal nach Ausschau halten - wenn es den irgendwo gibt, dann bestimmt in meinem Thai-spezialisierten Asienladen um die Ecke.
Falls vorhanden: Thai-Basilikum, von dem ist im Rezept zwar keine Rede, aber da man ja angeblich die Gemüsebeilagen flexibel variieren kann, hab ich mir die Freiheit mal genommen - ich LIEBE nämlich Thai-Basilikum.

Es geht ganz schnell, man braucht allerdings mehrere Töpfe:

Den gedünsteten Fisch mit der Currysauce pürieren. Kokosmilch zum Kochen bringen, die Currymischung unterrühren und mit Fischsauce abschmecken - eventuell noch nachsalzen, ich hab noch etwas Palmzucker hinzugegeben, ich liebe meine Kokosmilchsaucen leicht süßlich.

Reisnudeln nach Packungsanweisung garen, in der Regel also 2-3 Minuten in kochendes Wasser werfen, abgießen und abschrecken.
Gemüse nach Gutdünken dünsten: Den Blumenkohl hab ich fix gedünstet, den chinesischen Brokkoli (der schmeckt ja KÖSTLICH!) superschnell superheiß nach Stir-Fry-Art angebraten, beides nur gaaanz leicht gesalzen, ansonsten nicht gewürzt.

Dann: Komponenten auf dem Teller arrangieren, Nudeln mit Thaibasilikum bestreuen und mit reichlich Sauce übergießen.



Schmeckt herrlichst! Die feinen Nudeln saugen viele, viele Esslöffel der köstlichen Sauce auf. Vielen Dank an L für das Eröffnen neuer Kochhorizonte!


Spinat-Ricotta-Lasagne

Von: rosa

Und nach den Pilzen als Vorspeise gab es neulich diese Lasagne. Das ungefähre Rezept habe ich aus diesem Buch, und wie alles, was ich je daraus gemacht habe (z.B. den Schoko-Walnuss-Kuchen oder das Kastanienpavé), ist es wirklich gut. Und relativ simpel: Fleischlasagne ist ja immer ein Riesenaufwand, da man eine Füllung, Tomaten- und Bechamelsauce zubereiten muss. Für diese Spinatlasagne braucht man immerhin einen Topf weniger, und die Zutatenliste ist auch überschaubar:

Man nehme für ca. 6 großzügige Portionen:
500 g trockene, grüne Lasagneblätter
200 g geriebenen Parmesan
etwas Olivenöl
Für die Füllung:
1 kg Spinat (ich habe 3 450g-Packungen TK-Spinat genommen und das Auftauwasser abgegossen)
90 g Butter
300 g Ricotta (1 Becher)
Salz, Pfeffer, Knoblauch
Für die Sauce:
1250 ml Milch
100 g Butter
100 g Mehl
ca. 1/3 geriebene Muskatnuss
Salz, Pfeffer

Ein wenig gehackten Knoblauch in großzügig Butter und Olivenöl kurz anbraten, dann den Spinat hinzugeben und für ein paar Minuten erwärmen.


Spinat macht stark!

Kurz abkühlen lassen, mit dem Ricotta vermischen und würzen. Es macht garnichts, wenn die Füllung noch etwas suppig ist - im Gegensatz zum Originalrezept habe ich nicht zu vorgekochten Lasagneplatten, sondern zu getrockneten gegriffen und entsprechend die Saucenmenge erhöht, aber etwas mehr Flüssigkeit schadet bei Lasagne eigentlich nie. Außerdem verträgt Spinat viel Salz - bei Lasagne können die Saucen und Füllungen überhaupt ruhig kräftig gewürzt werden.

Dann die Bechamelsauce bereiten: Milch in einem Topf erhitzen. Die Butter in einem weiteren, großen Topf schmelzen, das Mehl einrühren und kurz weiter erhitzen, bis das Mehl Blasen wirft (aber auf keinen Fall braun wird!). Von der Platte nehmen, und nach und nach die Milch einrühren, dabei jedes Mal glattrühren. Dann wieder zurück auf die heiße Platte stellen und unter ständigem Rühren aufkochen lassen.
Mit Salz, (weißem) Pfeffer und ordentlich Muskatnuss abschmecken.


Bechamelsauce an Topflappen

Und dann geht es auch schon an die allerschönste Lasagnetätigkeit: Das Schichten!!1!

Anfangen mit Füllung + Nudelschicht, dann repeat Füllung + Sauce + Parmesan + Nudeln bis alles aufgebraucht ist, den Abschluss sollte eine Nudelschicht, dann Sauce, dann Parmesan bilden. Jetzt: Alles mit Butterflöckchen bestreuen!


Fertig geschichtet und beflockt

Bei circa 180 Grad ca. 45 Minuten lang backen - bis sich eine goldbraune Kruste gebildet hat. Am besten nicht direkt aus dem Ofen servieren, sondern vorher ein paar Minuten lang abkühlen lassen. Mein ältlicher Herd hat sich inzwischen übrigens bestens bewährt: Der einzige Wermutstropfen ist die schlechte Energieeffizienz - wenn der Ofen an ist, gibt er wahnsinnig viel Energie an die Umgebung ab und heizt die Küche ordentlich auf. Die Backergebnisse waren bisher jedoch wirklich gut, ich glaube, ich hatte noch nie einen so gleichmäßig heizenden Backofen.

Die Lasagne war mit Antipasti vorneweg und einem (oder zwei) leckeren Weißwein dazu ein tolles Abendessen!


Kümmerliche Reste

Pilze!

Von: rosa


Eins:



Zwei:



Drei:



Pilze in sauheißer Pfanne anbraten, einen Zweig Rosmarin dazu, mit einem Schluck Sherry ablöschen, gut salzen und pfeffern. Mit etwas Weißbrot eine tolle Vorspeise!

Komische Läden und Sportarten

Von: rosa

* In den letzten Wochen war ich ja viel unterwegs, und habe unter anderem diesem seltsamen Laden hier gefunden:

Name ist schonmal komisch, das Essen da drin sah eigentlich ganz lecker aus, eine kurze aber gewissenhafte Internet-Recherche ergibt allerdings, dass der Laden vermutlich zur Sekte Universelles Leben gehört. Von denen hatte Petra ja auch schonmal einen Laden besucht, und die Frage gestellt, ob man da guten Gewissens einkaufen könne. Hm. Mein Gewissen möchte, glaub ich, lieber woanders einkaufen.

* Und dann war ich eben beim anstrengendsten, also wirklich beim alleranstrengendsten Sport, den ich je gemacht habe. Und ich hab ja immerhin schon mal koreanischen Kampfsport, Power-Aerobic und Rückengymnastik im Kreuzberger Lesbenturnverein betrieben.
Diesmal aber: Schnupperwoche beim Bikram-Yoga! Das ist eine eher uncoole, weil kommerzielle und lizenzierte, Yoga-Variante. Das normale Yoga-Prinzip (ganz schlimm verrenken, und dann: Die Pose halten!) greift auch hier, allerdings wird das Ganze in einem enorm aufgeheizten Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit praktiziert. Schon nach 5 Minuten fließt der Schweiß eimerweise auf die Matten, der Kreislauf steht 90 Minuten lang kurz vorm Kollaps, dazu redet die Instrukteurin ununterbrochen mit Anweisungen auf die Gruppe ein, und hinterher erscheint selbst die schwüle Münchner Sommerhitze angenehm frisch und wohltuend. Quasi Sport und Sauna in Einem!
Ob ich da dauerhaft mitmache, muss ich mir allerdings noch überlegen: Ein bisschen mag ich ja so harte Maso-Sportarten, in denen man autoritär und mit großer Ernsthaftigkeit rumkommandiert wird und ordentlich leidet - erfahrungsgemäß fühle ich mich hinterher umso besser. Aber wenn beim "Spürt, wie die Energien fließen!" der Trainerin mein erster Gedanke ist "Meint sie das schmerzende Pochen da unten links?", mache ich entweder noch was falsch, oder Bikram-Yoga übersteigt sogar meine Bereitschaft zum Leiden während der Sportausübung.