Archive for December 2007

Schnuppensuppenplätzchen

Von: rosa

Weil ich das schon in einigen Blogs gesehen habe (bei Petra, Nysa und Petra nämlich beispielsweise), und mir Plätzchenbilder in anderen Blogs ja immer richtig Backlust machen, hier meine diesjährigen Weihnachtskekse. Dank eines Backtages mit Freundin sind es mehr als sonst geworden, im Vergleich zu den obigen drei Damen hab ich mich aber noch einigermaßen zurückgehalten. Inzwischen sind sie schon fast aufgegessen, so dass vielleicht vor Weihnachten nochmal Nachschub her muss.
Und da sind sie:



Von links oben im Uhrzeigersinn:

* Gingersnaps nach einem Rezept von Chez Panisse - für die englische Version (und zahlreiche englischsprachige Foodblogs, die diese köstlichen scharfen Kekse vor zwei Jahren begeistert nachgebacken haben) kann man die Suchmaschine der Wahl befragen. Ansonsten gibt es eine deutsche Übersetzung (mit vernünftigen Maßeinheiten wie "Gramm") von Petra hier. Ich habe sie schon mehrmals gebacken, und das Rezept begeistert mich immer wieder - ich reibe immer frischen Ingwer hinein (und nehme deutlich mehr als 2 Teelöffel), und salze die Plätzchen ordentlich. Ein anderes Gingersnaps-Rezept war übrigens heute im kulinarischen Adventskalender zu finden.
* Ausgestochene Plätzchen (irgendwo müssen die neckischen Ausstechformen, die man so über die Jahre ansammelt, schließlich mal Verwendung finden - eigentlich finde ich das Ausstechen eher nervig und mag viel lieber Kekse, die man einfach in Scheiben von einer Rolle runterschneidet, oder in kleinen Häufchen aufs Blech setzen kann) nach Zorras Mailänderli-Rezept mit Zitronenguss - schön mürbe und zitronig, ein klassisches Plätzchen halt.
* Heidesand - ein köstlich-mürber Klassiker. Gaaanz wichtig: Die Butter muss angebräunt sein, dafür dürfen die Heidesand im Ofen auf garkeinen Fall braun werden. Mein Heidesandrezept gibts hier (iiek, die waren mein achtes Blogposting! So lange gibts die Schnuppensuppe nun schon - die Kanne im Hintergrund des Heidesandphotos ist ca. von meiner vorvorvorletzten Mitbewohnerin).
* Husarenkrapferl - nach diesem Rezept, das auch Nysa verlinkt - nachdem ich Petras Plätzchen gesehen hatte, ist mir allerdings wieder eingefallen, dass ich die Dinger wie sie unter einem anderen (für Nicht-Süddeutsche auch viel smoother auszusprechenden) Namen kenne: Engelsaugen. Wegen Verpeiltheit leider mit gemahlenen Mandeln statt Haselnüssen gemacht, dafür mit Erdbeer- und Pfirsichmarmelade gefüllt. Ganz köstlich! Sie werden sehr mürbe, und in Dosen aufbewahrt trocknet die Marmelade auch nicht zu einer plombenziehenden, zähen Masse heran, sondern bleibt weich, und meine Marmeladensorten passen hervorragend zum eher milden Mandelteig.
* Wespennester nach diesem Rezept - erstens perfekt um überschüssiges Eiweiß zu verbrauchen, zweitens ganz köstlich, und bisher die Kekse, die am besten angekommen sind: Die angerösteten und karamellisierten Mandeln sowie die Bitterschokolade geben ein tolles, interessantes Aroma. Durch die Kuvertürendeko - die mit Petras Tipp auch ganz leicht gelingt - sehen sie sehr schick aus. Nach ein paar Tagen Keksdose sind sie weich aber nicht zäh - dies wird definitiv ein neues Standardrezept im Schnuppensuppenplätzchenrepertoire.

Kulinarischer Adventskalender #7: Kletzenbrot

Von: rosa



*Quiiieetsch* - herzlich willkommen beim siebten Türchen des kulinarischen Adventskalenders!


Kulinarischer Adventskalender im Kochtopf: Diesmal mit Wettbewerb!

Nachdem ich vor zwei Jahren beim allerersten kulinarischen Adventskalender mein Quittenbrot beisteuern konnte, letztes Jahr aus Zeitmangel lieber nicht teilgenommen habe, und dieses Jahr eigentlich noch größerer Zeitmangel herrscht - konnte ich Zorras Adventskalender-Ankündigung trotzdem nicht widerstehen. Gerade ein paar Tage vorher hatte ich nämlich auf einem Schwabinger Bauernmarkt Kletzen entdeckt und eingekauft! Und ich wollte doch unbedingt mal Kletzenbrot machen, das hatte ich zwar noch nie gegessen, kam aber früher immer in einem meiner Kinderbücher vor (weiß zufällig noch jemand, welches das war?). Und ein Brot mit Trockenfrüchten und Nüssen drin muss ja toll schmecken. Perfekt für den kulinarischen Adventskalender also!

Orientiert habe ich mich in (ziemlich) groben Zügen an diesem Rezept hier.

Man nehme:
500 g Roggenmehl
500 g Weizenmehl
Sauerteig oder Fertigsauerteig so, dass die Gesamtmehlmenge bei 1 kg liegt
ca. 600 ml Wasser / Einweichwasser
1 Packung Hefe
6 EL Zuckerrübensirup
1 kg gemischte Trockenfrüchte (bei mir: ca. 300 g Dörrbirnenschnitze, 300 g Feigen, 200 g Aprikosen, 200 g Pflaumen)
ein paar EL Rum
250 g Walnüsse (können auch mehr sein, und auch gerne andere Nusssorten)
Zimt, gem. Kardamom, ger. Muskatnuss, gem. Nelken


Kletzen: Äußerlich eher unattraktiv

Am Vorabend die Kletzen in Wasser einweichen, den Rest der Trockenfrüchte je nachdem, wie trocken oder saftig sie sind eventuell in etwas (mit Wasser verdünntem) Rum einlegen. Am nächsten Tag die Kletzen kurz kochen, abkühlen lassen, Einweichwasser auffangen und Kerngehäuse herausschneiden.


Gekochte Kletze und Kletzenschnitze: Immer noch nicht besonders hübsch

Brotteig nach Anleitung oder Gutdünken zubereiten (Einweichwasser der Trockenfrüchte, Zuckerrübensirup, Wasser, Mehl, Sauerteig, Hefe zusammenkneten und gehen lassen, das mit dem Sauerteigbrot hatte ich zur Sicherheit vorher schonmal solo ausprobiert). Vorsichtig Gewürze, Trockenfrüchte und Nüsse unterheben. Mehrere Laibe formen (bei mir sinds vier geworden: Und ich finde sie fast ein bisschen groß. Aus der angegebenen Teigmenge werde ich das nächste Mal 6 Brote machen), nochmal gehen lassen, bis ihre Größe sich ungefähr verdoppelt hat. Ich fand den Teig (war auch schon beim Sauerteigbrot so) sehr klebrig und schwer zu handeln, trotz starker Bemehlung und ungleichmäßiger Form sind die Brote beim Backen allerdings wieder sehr schön aufgegangen.





Bei ca. 180 Grad ca. 65 Minuten lang backen.



Und weil ja bald Weihnachten ist, habe ich mich noch ein wenig im Deko-Schnickschnacken geübt, und die fertigen Brote: Für den Glanz mit ein wenig erwärmten Zierquittengelee bestrichen, und fürs Ornamentale ein paar Nüsse draufgelegt. Hübsch UND lecker! Nachdem es ein paar Tage lang durchgezogen ist, schmeckt es noch besser.


Gebuttertes Kletzenbrot mit Heißgetränk: Quasi eine vollständige Mahlzeit!

Chilinudeln, Avokado, Speck

Von: rosa


Unter viel Speck und mehr Avokado: Noch mehr Chilibandnudeln

In letzter Zeit esse ich ja immer lieber wenig und fett, als viel und mager.

So war das hier heute Abend nach sportlichem Rumgehüpfe und einem anstrengenden Tag am Schreibtisch genau das richtige: Chilibandnudeln gekocht, auf dem Teller mit Avokadostücken vermischt (eine Ganze, Kleine), und ein bisschen angebratenen Speck drüber. Ein wenig Salz, und Saft einer halben Zitrone drübergeträufelt (Avokados können, wie fettes Essen überhaupt, viel Säure vertragen): Eine köstliche Kombination! Schön satt macht sie auch.

Mein erstes Sauerteigbrot!

Von: rosa



Naja, nicht ganz *hust*. Vor ungefähr zehn Jahren ist mir mal ein Versuch mit selbst angesetztem Sauerteig spektakulär in die Hose gegangen. Aber damals hatte ich auch noch kein Internet, das mir mit Rat und Tat zur Seite stehen konnte! Nach dem Stöbern in ein paar Sauerteigseiten weiß ich nämlich jetzt, warum das damals nicht klappen konnte: Das Brot sollte aus einem Kilo grobem Roggenmehl bereitet werden, und als einziges Triebmittel kamen die ca. 100 Gramm selbst angesetzter Sauerteig zum Einsatz. Folglich wurde ich mit zwei dunkelbraungrauen, ziegelharten Roggenfladen belohnt. Aber das Trauma saß tief: Erst jetzt habe ich mich getraut, einen neuen Sauerteigversuch zu wagen. Allerdings noch nicht mit "echtem" Sauerteig, sondern mit Fertigsauerteig aus einem Plastikbeutelchen, zusätzlich Hefe als Triebmittel, und zur Hälfte Roggen- und Weizenmehl, damit auch ja nichts schiefgeht. Gewürzt mit etwas Salz und einer Brotgewürzmischung (Anis, Fenchel, Koriander, Kümmel). Bei der Zubereitung hab ich mich einfach an die Packungsanweisung gehalten, allerdings die Gehzeiten ungefähr verdoppelt.

Und: Glücklicherweise ist alles glattgegangen. Hurrah! Ein erster Schritt auf dem Weg zur Überwindung meines Brottraumas.

Der Teig hat geklebt wie die Hölle (das ist aber normal bei Roggenmehl im Teig, oder?), so dass ich viel Mehl benötigt habe, um wenigstens mittelmäßig ansehnliche Laibe formen zu können. Dass die Laibe recht unregelmäßig und ziemlich bemehlt waren, hat glücklicherweise nicht geschadet. Sie sind im Ofen hübsch aufgegangen und recht gleichmäßig geworden, der Roggenteig hat das zusätzliche Mehl komplett absorbiert. Beim nächsten Backversuch können die Laibe allerdings gerne etwas dunkler werden, und mit dem Salz war ich diesmal etwas zögerlich: Mindestens 2 Teelöffel auf ein Kilo Mehl kann man ruhig nehmen.

Ob ich oft mein Brot selberbacken werde, weiß ich noch nicht - in München ist schließlich eine Hofpfisterei an jeder Ecke, und mit diesen köstlichen Riesenlaiben kann man mit einem Haushaltsofen einfach nicht konkurrieren, und über die Energiebilanz des Zuhausebrotbackens möchte ich lieber garnicht erst anfangen nachzudenken. Ausprobieren muss ich das Backen mit richtigem Sauerteig aber auf jeden Fall nochmal - allein zur kulinarischen Weiterbildung.