Archive for June 2007

Baisergeheimnisse

Von: rosa

So. Neulich gabs bei mir ja mein liebstes Rhabarberkuchenrezept. Ich habe mich damals darüber beschwert, dass mein Baiser mir nicht knusprig genug war. Hier gabs dann neulich ein ganz ähnliches Rezept, bei dem die Baiserhaube zur Knusprigkeitsoptimierung separat gebacken wird. Weil ich mir ganz sicher war, dass meine Mutter (von der mein Rezept stammt), das nie so gemacht hat, ihr Baiser aber immer perfekt geworden ist, habe ich kurzerhand mal gefragt. Sie meinte: Ha! Ganz einfach! Sie nimmt viel mehr Zucker, als im Rezept steht. Nuuun gut. Eigentlich reduziere ich die in handelsüblichen Rezepten angegebene Zuckermenge in der Regel - aber Mutterns Tipp wollte ausprobiert werden.
Bei meinem Rezept bleiben zwei Eiweiß zur Baiserproduktion übrig, die ich mit insgesamt 200 g Zucker verschlagen habe. Wenn man die Baisermasse dekorativ aufspritzt, bleibt aber, wenn man etwas sparsamer ist, noch einiges übrig. Daraus kann man dann z.B. noch Baiserboller oder Mini-Pavlovas machen und gleicht so den Gesamtzuckergehalt des Kuchens vielleicht ein bisschen aus.


Spritztülle in Aktion


Fertig bespritzter Kuchen


Obacht: Beim Backen plustert der Baiser sich noch ganz schön auf

Und was soll ich sagen: Es klappt! Kuchen eine halbe Stunde bei 180 Grad backen, dann eine weitere halbe Stunde bei 160 Grad - und das Ergebnis seht ihr hier, der Baiser ist komplett durch und perfekt knusprig.

Hat Mama also wirklich manchmal recht. Vielleicht hätte man damals doch nicht so oft widersprechen sollen.

Gebackene Fliederblüten / Holunderblüten / Hollerkücherl in Bierteig

Von: rosa



Nun hab ich endlich ein paar Fliederblüten im Olympiapark geklaut (für die neu Hinzugekommenen: Weil ich aus Norddeutschland stamme, nenne ich die Blüten des Holunders so). Äh, in Bayern darf man das ja (siehe hier, Artikel 141, Abschnitt 3). Hat mich auch niemand doof von der Seite angemacht.

Ich liebe ja Fliederblüten, habe schon einmal Sirup aus ihnen zubereitet, und diesmal wollte ich mich neben Sirup und Gelee noch an ausgebackenen Blüten versuchen. Das Ergebnis: Köstlich!

Und so gehts:

Erstmal hübsche Fliederblütendolden sammeln. Darauf achten, dass sie noch nicht zu alt sind (beim sanften Schütteln möglichst wenige der Blütlein abfallen), und mindestens ein paar Zentimeter Stiel mit abschneiden. Ich habe sie heute vormittag gesammelt, und gerade eben erst zu den Küchlein verarbeitet - die paar Stunden haben sie sich im Kühlschrank gut gehalten. Dolden auf keinen Fall waschen, dann gehen die geschmackvollen Pollen verloren - Insekten mit der Hand absammeln, und wem der Gedanke, eventuell Bakterienkacke mitzuverspeisen allzu großes Kopfzerbrechen bereitet, sollte auf diese Speise vielleicht einfach lieber verzichten. Das heiße Fettbad tötet ansonsten alles Gefährliche zuverlässig ab.

Einen Teig bereiten, ich habe (einen köstlichen, und durch die sanft-herbe Note gut passenden) Bierteig gemacht (Menge für ca. 4 Portionen bzw. 20 Dolden ausreichend):
125 ml Bier (Helles)
125 g Mehl
20 g Zucker
2 Eier
große Prise Salz

Erstmal Bier aufmachen.

125 ml von dem Bier mit Mehl, Zucker, Eigelb verschlagen. Rest beim Kochen austrinken. Teig am besten ein bisschen ruhen lassen. Danach die Eiweiss mit dem Salz zu Schnee schlagen und unterheben.



Mindestens 2 cm Öl in einem Topf erhitzen (Fritteuse geht natürlich auch), bis ein ins Öl gehaltener Holzlöffel Blasen wirft. Fliederblüten vorsichtig in etwas Mehl wenden, und durch den Teig ziehen.



Fliederblütenbehandlungsstationen

Ins Öl geben und frittieren, bis sie hellbraun sind, auf etwas Küchenkrepp abtropfen lassen.



Ein wenig abkühlen lassen, dann mit Puderzucker bestäuben und noch warm essen.

Und weil der Mitbewohner gemäkelt hat, dass bei seiner Oma aber der Teig immer viel dünner war, und die Blüten nicht ganz bedeckt hat, haben wir noch ein bisschen rumexperimentiert: Und siehe da, es schmeckt deutlich fliederblütiger, wenn die Blüten nicht komplett vom Teig umschlossen sind. Nächstes Mal werde ich den Teig also tatsächlich etwas flüssiger machen (Rezept oben allerdings noch nicht angepasst).

Und mit dem restlichen Teig hab ich mir noch was Tolles ausgedacht. Esslöffel voll Teig ins Fett geben, und auf beiden Seiten ausbacken - das werden hübsche, runde Küchlein. Mit Zimtzucker ganz köstlich.



Einen Namen hab ich auch schon: Ich nenne sie Bierteigboller.

Ha!

Von: rosa



Ha! Ha!

Erste Ergebnisse kommen gleich.